Horse Boy Methode


Die Horse Boy Methode (kurz HBM) wurde von Rupert Isaacson entwickelt. Er ist selbst Vater eines stark autistischen Sohnes und passionierter Reiter. Eher zufällig bemerkte er die besondere Verbindung zwischen seinem Sohn Rowan und dem Pferd Betsy: Die drei verbrachten viel Zeit gemeinsam im Sattel und in der Natur, und Rowan sprach seine ersten Wörter auf dem Pferderücken.
Aus dieser Erfahrung entwickelte Rupert gemeinsam mit seinem Team eine eigenständige Methode für neurodivergente Kinder. Heute ist die HBM in über 30 Ländern verbreitet und wissenschaftlich fundiert.


Wie die Methode wirkt

Die Bewegung des Pferdes regt die Ausschüttung von Oxytocin an – dem sogenannten Bindungs- und Wohlfühlhormon. Dadurch sinkt der Cortisolspiegel, der bei neurodivergenten Menschen oft chronisch erhöht ist und das Lernen blockiert. Das Nervensystem kommt zur Ruhe, wodurch Offenheit für Kommunikation, Lernen und Beziehung entsteht. Auch Umarmungen, Schaukeln und Lachen fördern die Oxytocin-Ausschüttung – deshalb spielen sie in den Sitzungen eine ebenso wichtige Rolle wie das Reiten selbst.


Die sechs Stufen der HBM

Die Methode folgt einem klaren, aufeinander aufbauenden Ablauf:
1. Umgebung: Eine natürliche, reizarme Umgebung beruhigt das Nervensystem und bezieht die ganze Familie mit ein.
2. Sensorische Arbeit: Körper-an-Körper-Kontakt auf dem stillstehenden Pferd schafft ein tiefes Gefühl von Sicherheit.
3. Rückenreiten: Im weichen, gesammelten Rhythmus entsteht Vertrauen und die Bereitschaft, sich der Aussenwelt zu öffnen.
4. Regelbasierte Spiele & Perspektivwechsel: Spielerisch werden Kommunikation, Zeigen und Entscheidungen gefördert.
5. Wissenschaftliches Lernen: Lesen, Schreiben und Rechnen werden bewegungsorientiert vermittelt, ganz nach den Interessen des Kindes.
6. Selbstvertretung: Das Kind übernimmt zunehmend selbst die Führung und wird vom Begleiteten zum aktiven Gestalter.


Was die HBM besonders macht

Im Unterschied zu klassischen Reittherapien bezieht die HBM die ganze Familie mit ein und richtet sich konsequent nach dem Prinzip „Folge dem Kind": Statt starrer Vorgaben orientiert sich die Methode an dem, was das Kind gerade braucht und zeigt


Meine persönliche Geschichte mit der HBM

2010 nahm ich das Buch „The Horse Boy" als Ferienlektüre mit nach Südfrankreich. Die Geschichte liess mich nicht mehr los und mein lang ersehnter Wunsch flammte wieder auf. Lange hat's gedauert, aber heute darf ich das tun, wovon ich träume, seit ich 20 bin: Kinder und ihre Familien mit Pferden auf einem ganz besonderen Weg begleiten. Ich bin Rupert und seinem Team sehr dankbar dafür, dass sie mich zurück zu meinem Traum geführt haben.